HdM in der Pipeline: Actelion Center

Gestern wurden Analysten und die Medien informiert: Das Biotech-Unternehmen Actelion mit Hauptsitz in Allschwil ist im Geschäftsjahr 2009 weiter gewachsen. In der Pipeline sind Medikamente und zwei Bauten von Herzog & de Meuron. Das Actelion Business Center (Bild) bestätigt einmal mehr die konzeptionelle Architektur- und Unternehmensstrategie von HdM, die in einem globalen Wettbewerb um Aufmerksamkeit erfolgreich ist: Bauen ohne Tabus, Geschmack und Vorlieben.

Der Nettoumsatzerlös von Actelion stieg dank dem Hauptprodukt Tracleer sowie Ventavis und Zavesca um 20% auf 1’772,6 Mio CHF. Der betriebliche Aufwand nahm im Vergleich zum Umsatz um überdurchschnittliche 30% auf 1’433,2 Mio CHF zu. Davon entfielen 464,1 Mio CHF auf die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. Nach der Bekanntgabe der Zahlen und vieler positiver Nachrichten landete die Aktie trotzdem bei -0.9%. Im Handel heisst es, das Ausbleiben positiver Überraschungen sowie noch ausstehende Produkte-News hätten Abgaben ausgelöst.

Medikamente und Architektur in der Pipeline

Für 2010 sind zwei Markteinführungen geplant. Ebenfalls in der „Pipeline“ von Actelion sind zwei Gebäude von Herzog & de Meuron: Das Business Center (HdM) und ein Gebäude für die Entwicklung (2011). Mit diesen Bauten konzentriert die Firma ihre drei Tätigkeiten Forschung, Entwicklung und Management bzw. Business an einem Ort. Der Chief Executive Officer, Jean-Paul Clozel, war 12 Jahre bei Hofmann-La Roche, der heutigen Roche. Roche will mit HdM (im zweiten Anlauf ) einen Büroturm in Basel bauen. Die Fertigstellung des Actelion Business Center in Allschwil ist auf Ende dieses Jahres angekündigt. Die Firmenkommunikation hält sich dabei verständlicherweise an dieselbe Kommunikationskultur, wie bei der Lancierung eines Medikaments: Gestartet (eröffnet) wird nur einmal und erst dann, wenn es tatsächlich soweit ist. Lerne: Wo Qualitätsprozesse über den Geschäftserfolg und die Reputation bestimmen, kommt es auf ein paar Monate bzw. ein genaues Datum  eben nicht an.

Bauen ohne Geschmack, Tabus und Vorlieben

HdM erfüllen in Allschwil den Auftrag, dem noch jungen Unternehmen (1997, 2000 an die Börse) ein Gesicht zu geben: „Actelion ist ein neues Unternehmen, das seine Identität gerade entwickelt und architektonisch an einem Ort festmachen möchte. (…) Wir wollen, dass unsere Entwürfe die Logik ihrer Entstehung ausdrücken,“ so Jacques Herzog in der NZZ vom 14.2.2010. Die Vorgabe dazu präsentiert sich bei Actelion vergleichsweise eindeutig: Innovation, Innovation und nochmals Innovation, so lauten die drei wichtigsten Firmenwerte. Actelion lebt von der Forschung und Entwicklung von Medikamenten – und internationalen Spitzenleuten, die auch in der Nähe von Allschwil A-Arbeitsplätze (A steht hier für grosse Architektur) haben können. Die Architektur von HdM bringt nicht nur die Biotech-Forschungsmaschine von Actelion baulich zum Sprechen, sie zieht auch Arbeitskräfte an.

B2B: Konzept als Rezept

Wer – wie HdM – in globalen Märkten baut, in denen der CEO, in diesem Fall Jean-Paul Clozel, anlässlich der Jahrespressekonferenz kurz vor der Eröffnung eines Bauwerks weltberühmter Architekten deren Namen nicht einmal in den Mund nimmt, muss sich selber positionieren. Der Unternehmer Jacques Herzog macht dies mit verblüffender Konstanz und Prägnanz: „Wir haben keine ästhetischen Vorlieben, keinen Geschmack, keine Tabus“. Kürzer, positiv und wertfrei (!) ausgedrückt: HdM arbeiten konzeptionell in einem B2B-Markt, den sie genau kennen. Die permanent gelebte und dargestellte Kreativität im Entwurf und der eigene Markenwert der Architekten verhelfen den Bauherren zu „spezifischen“ Mehrwerten, für die sie bereit sind, einen besonderen Preis zu bezahlen.

Am Hauptsitz Allschwil von Actelion erbeiten gegenwärtig rund 1000 Leute, weltweit  sind es über 2’200 Mitarbeitende. Die Fläche des Business Centers beträgt 27‘313 m2, das verbaute Volumen 104‘502 m3.


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