Meisterlich

Sonntag, 29. April 2012: Stadion St. Jakob-Park – alias JoggeliSektor C3, Reihe 14, Platz Nr. 320, Basel-Lausanne Sports 3:1, 15. Meistertitel, der Dritte in Folge: Wer dem FC Basel 90 Minuten beim Fussball zuschaut, erlebt das Zusammenspiel von Städtebau, Architektur und Sport.

Bilder: Stadtfragen

sta. Fussballfans wissen es: Das „B“ im Kürzel „FCB“ kann für „B“ wie „Basel“, „Barcelona“ oder „Bayern München“ stehen. Zudem: Die Klubfarben Rot und Blau gehören zu Barcelona und zum FC Basel. Fussball- und Architekturfans wissen sogar noch mehr: Ausschliesslich für die Stadt Basel und den hiesigen FCB steht „Rot-Blau“ in Verbindung mit der Architektur von Herzog & de Meuron. Seit 2008 bilden in der Stadt am Rhein der St. Jakob-Park (1999-2001) mit Shopping-Center, Seniorenresidenz und dem Fussballstadion – das Joggeli – und der 71 Meter hohe St. Jakob-Turm ein urbanistisches Ensemble. Wer dem FCB – wie etwa am letzten Sonntag beim Gewinn der Meisterschaft – zusieht, erlebt bewusst oder unbewusst die symbiotische Wirkungskraft von Städtebau, Architektur und Sport: Stadt findet als Phänomen gleichzeitig im Event, im städtebaulichen Ort, beim Shopping und in der Architektur der einzelnen Bauten einen stimmigen und für Basel spezifischen Ausdruck. „B“ steht in Basel daher auch beispielhaft für einen Best Urban Space.

Ausserhalb des Stadions stilisiert der St. Jakob-Turm ein kristallines Stadttor an der Basler Stadt- bzw. Kantonsgrenze zu Basel-Landschaft. Mit seiner unaufgeregten, subtil ikonisch anmutenden Präsenz, dem Angebot an Wohn-, Büro- und Dienstleistungsflächen und der städtebaulichen Anbindung an den Stadionbau hat das Hochhaus mindestens drei Gesichter: Eines für seine Bewohner/innen, eines für die nahe und fernere Stadtsilhouette und eines für die Besuchenden der FCB-Fussballspiele. In der Turmspitze befinden sich zwei Maisonette-Wohnungen. Nicht nur das Stadioninnere ist von dort aus gut sichtbar, sondern bald auch HdM’s Himmelsleiter „Bau1“ für Roche.

Sportlich gesehen, bedeutete der 3:1 Sieg vom letzten Sonntag gegen Lausanne Sports den 15. Meistertitel und gleichzeitig der Dritte in Folge. Welchen Anteil daran der Städtebau und die Architektur der Basler Architekten und Fussballfans Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben, darüber liesse sich bestimmt sehr lustvoll debattieren. Unbestritten ist, dass sowohl Fussballclub und Architekturbüro sportlich wie unternehmerisch erfolgreich in der Champions League spielen können.