In der Gemeinde Kippel im Lötschental VS entstehen bis 2028 über 20 neue Wohnungen zum Kauf und zur Miete. Für das in einem Studienauftrag ausgewählte Vorprojekt zeichnet das Atelier Summermatter Ritz aus Brig mit Maurus Schifferli und Aguila Azul. Die Architektur erweitert den Dorfkern von Kippel mit überzeugender Dichte, gestalterischer Eigenständigkeit und einer kompakt organisierten Wohnidee.
Bilder: Atelier Summermatter Ritz
sta_pluma ag. Wenn im Lötschental über 20 neue Wohnungen auf den Markt kommen, dann ist die Aufmerksamkeit im Dorf und medial gross. Der Grund ist einfach und unabhängig vom Bergsturzereignis im Nachbardorf Blatten. Im Lötschental fehlt es schon länger an bezahlbarem Wohnraum für junge und ältere Einheimische sowie zuziehende Familien, ohne die auch der Schulstandort im Bergdorf Kippel zunehmend unter Druck gerät.
Bergdorf und professionelle Entwicklung schliessen sich nicht aus
Der Gemeinderat mit Gemeindepräsident Christian Rieder hat das Vorhaben auf dem eigenen Areal Maria Rat aufgrund der Nachfrage frühzeitig als Meilenstein in der Dorfentwicklung auf die politische Agenda gesetzt. Maria Rat ist deshalb mehr als Wohnungsbau: Das Projekt setzt die politische Strategie um, das Bergdorf mit Tradition und Weitsicht in die Zukunft zu führen. Zur Weitsicht gehören etwa die Gründung einer AG als Trägerschaft für den Wohnungsbau und die neue Dorfmarke. Kippel soll nicht nur schön anzuschauen und lebenswert sein. In naher Zukunft geht es in der Dorfentwicklung darum, zusätzlich zum Wohnungsbau als verlässlicher Partner weitere Investitionen in die Infrastruktur und in die Energieversorgung tätigen zu können.

Wohnidee mit Sinn für Wirtschaftlichkeit
Die Weiterentwicklung des wertvollen Dorfkerns hat das Atelier Summermatter und Ritz aus Brig im Rahmen eines Studienauftrag am besten gelöst. Ihr Projekt „GRIMMÄND“ kombiniert die Anforderungen an die Dichte und an die Wohnqualität einer neuen Siedlung im Bergdorf ortsbaulich durch die Setzung der Bauvolumen und konkret durch die vorgeschlagenen Strickbauten aus Massivholz. Überzeugt hat die Jury zudem, wie die Dorferweiterung auf einer mehrheitlich unbebauten Wiese acht Gebäude zu Nachbarschaften zusammenfügt, die an Bilder aus dem Dorfkern erinnern: Plätze und Gassen bilden Auftakt für die Wohnidee im Innern. Geplant sind Einheiten mit zwei bis fünf Zimmern. Die Architekten nennen die einzelnen Räume – passend zur architektonischen Idee – schlicht „Kammern“.
Nach der gut besuchten Vernissage zum Vorprojekt am 28. März sind die an der Dorfentwicklung in Kippel beteiligten Akteure wohl einer Meinung: „Wenn 2028 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen, kann Maria Rat zum Sinnbild für das gute Leben in Kippel und im Lötschental werden“, schreibt die Gemeinde auf ihrer Projekthomepage.
Zur Projekthomepage: www.mariarat.ch
Hinweis: Der Autor des Artikels ist Mitarbeiter bei der pluma ag und im Auftrag der Gemeinde Kippel an der Dorfentwicklung beteiligt.