Die Gemeinde Emmen begründet den Antrag auf einen Namenswechsel zur Stadt Emmen mit ihrer urbanen Entwicklung, einem stärkeren Selbstverständnis und besserer Sichtbarkeit. Die Bevölkerung wird 2027, nach dem Nein 1999 und 2007, wiederum nur dann zustimmen, wenn sie einen individuellen Nutzen erkennt – und nicht über Kosten diskutiert.

„Kunst im Vorstadtparadies Emmen“, in: Gabriela Christen, Lucerne University of Applied Sciences and Arts, (Hrsg.): Nordwärts, Nummern, Band 6, p. 13-15.
 

sta. Die Bevölkerung der Gemeinde Emmen stimmt am 28. Februar 2027 darüber ab, ob sie ab dem 1. September 2028 offiziell als Stadt auftreten und dafür rund ein halbe Million CHF aufwenden kann. Das Anliegen der SP stiess im Parlament – ausser bei der SVP – auf offene Ohren: Mit Reputation- und Imagegewinnen für die urbane Entwicklung argumentieren die Befürworter/innen, mit fehlender Notwendigkeit und Zwängerei die Gegenseite, schreibt die Lokalpresse. Offiziell wird mit dem Slogan «Emmen auf dem Weg zur Stadt» geworben.

Stadt sein bedeutet, einer politische Strategie zu folgen

Sich Stadt zu nennen, unterscheidet sich grundsätzlich von der Aufgabe, Stadt zu gestalten. Deshalb ist die Bezeichnung „Stadt Emmen“ zuerst ein strategischer Entscheid der Politik und danach ein Bündel von Handlungen, sprich Aufgaben und Massnahmen, das über verschiedene Ämter hinweg und bis in die Zivilgesellschaft städtisch gedacht und als Beitrag an die Stadtentwicklung umgesetzt und wirksam werden kann. Aus dieser Sicht, aufgrund der Tatsache, dass sich Emmen weiterhin rasant verändert – und mit gesundem Menschenverstand betrachtet – sollte die Namensänderung ohne Urnengang und separatem Budget möglich sein.

Rückblick 2016: Über die Baukunst im Vorstadtparadies

Stadtfragen publizierte 2016 den Artikel «Baukunst im Vorstadtparadies Emmen». Er erschien damals zur Eröffnung des Baus 745 der Hochschule Luzern – Design & Kunst in der Viscosistadt. Die zentrale These zur Stadt Emmen lautete: Für den Umbau der Vorstadt Emmen zu einem urbanen Zeitraum braucht es nicht zwingend einen gemeinsamen Stadtbegriff.:Emmen ist längst ein urbane Entwicklungsgemeinde. «Bauen wir um oder werden wir umgebaut?», lautete der provokante Untertitel. Gemeint war die Fähigkeit, Wachstum, Investitionen und Verdichtung durch Politik und Verwaltung so zu begleiten und zu verhandeln, dass daraus wirtschaftlich, gesellschaftlich und räumlich tragfähige Handlungen und Qualitäten entstehen.

Der damalige Text lässt sich gut als Beitrag für die aktuell Diskussion lesen. Geändert hat sich die Ausgangslage: Die Stadt Emmen zeigt ihr Gesicht gegenüber damals mit neuen nutzbaren öffentlichen Räumen, Wohnungen, Arbeitsplätzen und einem sehenswerten Kultur- und Freizeitangebot. Mit anderen Worten. Emmen ist längst eine Stadt, allerdings noch immer unterwegs, zu einem Vorstadtparadies zu werden. Alles andere ist Nostalgie.

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