Fazit zum Status Künstlicher Intelligenz (KI) im Architekturalltag: Gebäude werden integrativer, performativer und qualitativ fundierter. Stadtfragen fasst zusammen, wie Vertreter/innen aus den Büros Zaha Hadid, Herzog & de Meuron und Foster+Partners in einem Podcast zu diesem Schluss kommen.

Zum Interview: AI Integration in Architecture – Roderick Bates (Chaos), Shajay Bhushan (ZHA), Michael Drobnik (Herzog & de Meuron), Martha Tzikari (Foster + Partners)

sta_Im Podcast der Chaos Group vom 12. März unterhält sich Roderick Bates mit zwei Vertretern aus den Büros Herzog & de Meuron und Zaha Hadid Architects sowie einer Vertreterin von Foster + Partners über die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Architektur. In einem Punkt sind sich Michael Drobnik, Martha Tsigkari und Shajay Bhooshan nahe: KI dient in den Büros heute in erster Linie als Werkzeug zur Effizienzsteigerung. Das passt zur Kernbotschaft des Podcasts: KI wird Prozesse revolutionieren – Architektur bleibt dennoch ein handwerklicher, kultureller und ein kommunikativer Kraftakt.

Performance, vernetztes Wissen und Bildresonanz

Und was bedeutet nun der Einzug von KI in den Architekturalltag konkret? Die angeregte Diskurs im Podcast dreht sich um drei prominente Themenfelder: Performance, Austausch von Wissen und Visualisierung. Es geht im Ganzen also um den Aufbau, die Nutzung und Pflege einer digitalen Büro- Logistik, die als Kernprozess im Architekturalltag zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Themenfelder in Stichworten:

Performance analysis: Die KI-gestützte Analyse von Nutzungen und Gebäudeleistungen ermöglicht es, Entwürfe bereits in frühen Planungsphasen hinsichtlich Energieeffizienz, Tageslicht, thermischem Komfort und weiterer Leistungsparameter datenbasiert zu bewerten und zu optimieren.

Knowledge Management: Begleitend zur Analyse wird der Dialog über das relevante Fachwissen wichtiger: Projektbezogene Erfahrungen, Normen und Planungsdetails werden mit KI systematisch aufbereitet, vernetzt und für Entscheidungsprozesse verfügbar gemacht. Das so genannte Wissensmanagement ermöglicht gleichzeitig die Vernetzung von Wissen und Kreativität am Arbeitsplatz. KI verspricht für jede/n Mitarbeiter/in die genau richtige Aufgabenstellung.

Automatisierte Szenografie und Visualisierung: KI vermittelt Qualitäten in Projekten präziser, Visualisierungen entstehen spezifischer in einem vorgegeben Kontext, bezüglich der gewünschten Atmosphäre und was den Einsatz positiv besetzter Resonanzthemen – z.B. einer speziellen Zielgruppe – betrifft.

Performance

Martha Tsigkari (Foster): „Am Ende des Tages bezahlt man dich nicht dafür, etwas zu visualisieren. Man bezahlt dich dafür, es physisch zu realisieren.“

Michael Drobnik (HdM): „Die richtigen Informationen und Entscheidungen zur richtigen Zeit, sehr schnell.“

Shajay Bhooshan (ZHA): „KI macht das, was wir schon konnten, nur schneller und demokratischer.“

Strategien im Umgang mit KI sind sich im Prinzip ähnlich

Die drei Büros Zaha Hadid Architects, Foster + Partners und Herzog & de Meuron zeichnen ein bemerkenswert ähnliches Bild davon, was KI in der Architektur heute leisten kann: Sie verstehen sie nicht als Ersatz für Architektur, sondern als Werkzeug, das Prozesse im Architekturalltag präziser, schneller und intelligenter macht. Gleichzeitig wird deutlich, dass KI vor allem dort relevant ist, wo sie Entwurfsarbeit, Wissensorganisation und Vermittlung integral und vernetzt unterstützt — nicht etwa dort, wo die architektonische Haltung in einem Projekt zur Diskussion steht.

Bei Zaha Hadid Architects steht vor allem die Beschleunigung und Erweiterung des Entwurfs im Vordergrund. Shajay Bhooshan beschreibt die Anwendung von KI als eine Fortsetzung jener experimentellen Haltung, die das Büro seit seinen Anfängen geprägt hat. Für ihn kann KI besonders dann produktiv werden, wenn kleine Teams ihre Arbeitsabläufe von Anfang an klar strukturieren: Dann lassen sich Routineprozesse automatisieren, während die eigentliche kreative Arbeit bewusst beim Menschen bleibt. Gleichzeitig betont er, dass KI bestehende formale Ergebnisse zwar schneller, aber nicht automatisch besser mache — sie liefere eher mehr Output als eine neue Sprache der Architektur.

Wissen sammeln und vernetzen

Michael Drobnik: „Eine Art Co-Pilot, der Wissen nicht nur speichert, sondern aktiv zugänglich macht.

Martha Tsigkari: „Ask Foster Partners — KI-gestützte Suche für technische Leitfäden, Materialien, Details.“

Shajay Bhooshan: „Die Prozesskarte wird in der Architektur zum Bauplan der Automatisierung.“

Martha Tsigkari von Foster + Partners formuliert diese Haltung besonders klar: Technologie ist für das Büro immer nur ein Mittel zum Zweck. Entscheidend ist nicht, KI um ihrer selbst willen einzusetzen, sondern sie dort zu nutzen, wo sie Leistung, Nachhaltigkeit, Materialentscheidungen und Entscheid-ungsprozesse verbessert. Das Büro mit Hauptsitz in London versteht KI deshalb vor allem als Leistungswerkzeug zur Optimierung von Geschäftsprozessen: Daten, Performance, Simulation und Arbeitsabläufe sollen früher und besser auswertbar sein. Auch im Bereich der Visualisierung geht es nicht um schöne Bilddarstellungen. Schön ist, was eine Darstellung mit Kontext, Atmosphäre und Information im Auge der Betrachtenden zusammenbringt.

Bei Herzog & de Meuron ist der Fokus noch stärker auf Wissen und Orientierung gerichtet. Michael Drobnik beschreibt KI als digitalen Begleiter (Co-Pilot), der hilft, Informationen schneller zu finden, zu ordnen und an die richtige Person weiterzuleiten. Das Ziel ist nicht bloß Effizienz, sondern ein intelligenter Umgang mit dem kollektiven Wissen im Büro. Gerade für neue Mitarbeitende soll KI den Zugang zu Erfahrungen, Projekten und Ressourcen erleichtern und damit eine Art internes Navigationssystem bilden. Auch bei der Visualisierung steht nicht die reine Ästhetik im Vordergrund, sondern die Frage, wie man Räume und Qualitäten so vermittelt, dass sie verständlich und anschlussfähig werden.

Bemerkenswert ist, dass alle drei Stimmen KI nicht als Quelle einer neuen Formensprache identifizieren. Shajay Bhooshan, Michael Drobnik und Martha Tsigkari sind sich zudem darin einig, dass KI bisher vor allem den Büroalltag beschleunigt, wie es ihn schon gab. Die eigentliche Veränderung liegt weniger in der Formensprache der Architektur, und vielmehr im Prozess: in der besseren Verfügbarkeit von Wissen, in der schnelleren Bewertung von Optionen und in der effizienteren Kommunikation innerhalb des Büros und gegenüber der Auftraggeberschaft.

Visualisierung und Szenografie

Shajay Bhooshan: „ZHA macht leere Modelle lebendig — schnell und ohne Rendering-Team.

Martha Tsigkari: „Visualisierung muss Daten und Atmosphäre verbinden, als visuell lesbare Entscheidungshilfe dienen.“

Für ein junges Büro – so die Meinung im Podcast – bedeutet KI nur dann ein enormer Hebel in eine erfolgreiche Zukunft, wenn sie auf einer klaren Haltung, einem sauberen Prozessverständnis und echter gestalterischer Ambition aufbaut. Martha Tsigkari: „KI ist kein Shortcut. Zaha, Norman, HdM — das braucht Charisma, Kreativität, DNA.“. Alle drei Gesprächspartner sind der Überzeugung, dass man mit KI nicht automatisch zu einem herausragenden Büro wird. „Zaha Hadid Architekten haben 20 Jahre gewartet“, weiss Shajay Bhooshan mit der Überzeugung: „KI beschleunigt, ersetzt aber nicht Reife.“ Eine klar Idee davon, woher diese Reife kommt, hat Michael Drobnik im Büro Herzog & de Meuron: „Fachwissen, Handwerk und kritische Denken bleiben entscheidend.“ KI kann zwar beschleunigen — aber sie verfügt nicht über die Fähigkeit, eine eigene architektonische Position zu entwickeln.


Dieser Beitrag wurde mit plaud aufgenommen und mit perplexity übersetzt und teilweise zusammengefasst.